§ 1 Denkmalschutz
Erläuterungen Denkmalschutz - was wir uns dabei gedacht haben
  • § 1 Denkmalschutz

    Der Zentralflughafen Berlin-Tempelhof steht als Denkmal von nationalem und internationalem Rang in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz. Er ist für den Flugbetrieb weiter zu erhalten.

Die Denkmalpflege als Institution hat den gesetzlich verankerten Auftrag, das bauliche Erbe in Stadt und Land zu schützen, zu erforschen, zu pflegen und für den gesellschaftlichen und individuellen Gebrauch in Gegenwart und Zukunft vorzuhalten. Sie organisiert die nachhaltige Bewirtschaftung dieses Erbes, das als kulturelle Ressource kostbar und durch nichts zu ersetzen ist.

Flughafengebäude Tempelhof ca. 1950
Das Flughafengebäude kurz nach dem 2. Weltkrieg. Das Luftbrücken- denkmal fehlt auf diesem Foto. Es wurde am 17. Juli 1951 eingeweiht.

Unter den Denkmalschutz fallen nicht nur Gebäude oder Bauwerke wie z.B. die Siegessäule, das Brandenburger Tor, das Charlottenburger Tor, sondern auch Landschaften und Gärten. Der Flughafen Tempelhof steht bereits seit Jahrzehnten unter Denkmalschutz, nicht jedoch das dazugehörige Tempelhofer Feld mit den Start- und Landebahnen, Taxiways, Vorfeld und Beleuchtungen etc., das alles ist in einem Gesamtzusammenhang zu sehen.

Der bisherige Umgang mit dem Denkmalschutz in Berlin

Dass der Denkmalschutz in Berlin nicht viel bedeutet, hat ebenfalls seit Jahrzehnten Tradition in Berlin. Hier einige Beispiele verfehlten Denkmalschutzes sowohl aus Berlin (Ost) und Berlin (West). Dass es auch nach der Wiedervereinigung mit dem Denkmalschutz nicht besser geworden ist, beweist der Beschluss zum Abriss der Deutschlandhalle.

  • Walter Ulbricht. Foto: Bundesarchiv Bild 183-30750-0025 Erfurt V. Parlament der FDJ
    Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten". 14 Tage später war Berlin gespalten.

    Das Berliner Schloss

    zwischen dem 7. September und dem 30. Dezember 1950 wurde auf Beschluss des Generalsekretärs des ZK des SED Walter Ulbricht, das Berliner Schloss, (auch Berliner Stadtschloss genannt) als Symbol des preußischen Absolutismus gesprengt und abgetragen.

    Das Schloss war die Hauptresidenz der Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg, später der Könige und der Kaiser des Deutschen Reiches. Grundsteinlegung war 1443, aber erst 1701 unter König Friedrich I. von Preußen, kam es zu dem Ausbau des Schlosses zur großartigen Königsresidenz.

    Berliner Schloss um 1930
    Berliner Schloss um 1930.

    Seit 1992 bemühen sich private Initia- tiven um den Wieder- aufbau des Berliner Schlosses.
    Die Gesamtkosten des Wiederaufbaus werden mit 552 Mio. Euro veranschlagt. Der Förderverein hat sich ein Spendenziel von 80 Mio. Euro gesetzt. Bis März 2008 wurden 8,29 Mio. Euro an Spenden eingesammelt.

  • Der Palast der Republik

    Gleich wie der Einzelne in Ost und West über den Palast der Republik denkt - Fakt ist, dass am 19. September 1990 auf Anweisung der Volkskammer der Palast wegen Asbestverseuchung geschlossen wurde. Zwischen 1998 und 2003 wurde der im Baukörper vorhandene Asbest entsorgt; danach befand sich der Baukörper im Rohbau-Zustand. Die Entsorgung wurde jedoch so ausgeführt, dass danach sowohl ein Abriss als auch eine Sanierung möglich waren.

    Der Palast der Republik. Foto: Familienbesitz
    Der Palast der Republik.

    Am 19. Januar 2006 beschloss der Deutsche Bundestag, Anträgen von Bündnis 90/Die Grünen und der Linkspartei zur Verschiebung des Abrisses bzw. zur Erhaltung des Bauwerks nicht stattzugeben.

    Die Berliner Bevölkerung wurde nicht gefragt, ob sie lieber das Stadtschloss oder den Palast der Republik behalten wollen. Es fand sich auch keine Bürgerinitiative, die versucht hätte den Abriss (der Senat verballhornt und spricht stattdessen von "Rückbau") zu verhindern.

  • Die Deutschlandhalle

    Jüngstes Beispiel für den rüden Umgang mit der Berliner Geschichte ist die Deutschlandhalle. Erbaut anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 war sie eine der ältesten Veranstaltungsarenen dieser Dimension. Dann im Jan. 1943 zerstört bei einem Luftangriff, wurde sie nach Kriegsende wieder aufgebaut und war von 1957 an Veranstaltungsort für Hallenfußballturniere, aufwendige Shows, Boxarena und Konzerthalle.

    Die 1936 zu den Olympischen Spielen von Berlin erbaute und nun vom Abriss bedrohte Deutschlandhalle. Foto von Peter Kuley vom 17. April 2006.
    Zur Olympiade 1936 erbaute und nun vom Abriss bedrohte Deutschlandhalle. Shows wie z.B. „Holiday on Ice“ oder „Menschen, Tiere, Sensationen“.

    1997 wurde die Deutschlandhalle erneut geschlossen und der Senat plante den Abriss. Jedoch wurde letztendlich die Halle aufwendig saniert und umgebaut und ab dem 15. Aug. 2001 wieder für Großveranstaltungen genutzt. Bei einer Routine- überprüfung wurde festgestellt, dass das Dach dringend erneuert werden musste. Am 27. Mai 2008 beschloss der Berliner Senat endgültig, die Deutschlandhalle abzureißen und den Neubau einer Eishalle zu errichten.

    Auch hierzu wurden die Bürger der Stadt Berlin nicht gefragt.

Tempelhof ist der älteste Verkehrsflughafen der Welt

Luftbild vom letzten Start auf dem Flugplatz Tempelhof. Foto von Stefan Dudzus
1926 Passagier beim Besteigen eine Fokker Grulich F II der Luft Hansa in Tempelhof.

Wir meinen, dass der älteste Verkehrsflughafen der Welt einen wirklichen Denkmalschutz verdient hat. Auch die Freiflächen des Tempelhofer Feldes verdienen es, als Gesamtbild zum Flughafen zugehörig, unter Denkmalschutz gestellt zu werden. Die Voraussetzungen zur Aufnahme in die Weltkulturerbenliste der UNESCO dürften beim ehemaligen Zentralflughafen mehr als gegeben sein. Da ist die Forderung im 2-ten Satz: Er ist für den Flugbetrieb zu erhalten, eigentlich auch nur folgerichtig. Diese Aussage ist glasklar. Sie stellt sicher, dass dort Flugbetrieb stattfinden darf und soll, lässt aber Spielraum für den Umfang und die Art des Flugverkehrs. Ebenfalls sind damit flugbetriebsnotwendige Ergänzungsbauten möglich.

Um diesen ältesten Flughafen der Welt, der genau in der City liegt, beneidet uns heute die ganze Welt. London musste aufwendig seinen Cityairport in den Docks an der Themse errichten.


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Weltkulturerbe und Denkmalschutz
Flughafen Tempelhof (PDF)

Der Flughafen Tempelhof wird Weltkulturerbe
Das Ökosystem und das Tempelhofer Feld bleiben erhalten
Warum die Tempelhoffrage noch immer nicht entschieden ist
DasNEUEVolksbegehren ist am 05. Dezember 2008 gestartet
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