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Die Denkmalpflege als Institution hat den gesetzlich verankerten Auftrag,
das bauliche Erbe in Stadt und Land zu schützen, zu erforschen, zu pflegen
und für den gesellschaftlichen und individuellen Gebrauch in Gegenwart
und Zukunft vorzuhalten. Sie organisiert die nachhaltige Bewirtschaftung
dieses Erbes, das als kulturelle Ressource kostbar und durch
nichts zu ersetzen ist.
Das Flughafengebäude kurz nach dem 2. Weltkrieg. Das Luftbrücken- denkmal fehlt auf diesem Foto. Es wurde am 17. Juli 1951 eingeweiht.
Unter den Denkmalschutz fallen nicht nur Gebäude oder Bauwerke wie
z.B. die Siegessäule, das Brandenburger Tor, das Charlottenburger Tor, sondern auch
Landschaften und Gärten. Der Flughafen Tempelhof steht bereits seit Jahrzehnten
unter Denkmalschutz, nicht jedoch das dazugehörige Tempelhofer Feld mit den Start-
und Landebahnen, Taxiways, Vorfeld und Beleuchtungen etc., das alles ist in einem
Gesamtzusammenhang zu sehen.
Der bisherige Umgang mit dem Denkmalschutz in Berlin
Dass der Denkmalschutz in Berlin nicht viel bedeutet, hat ebenfalls seit Jahrzehnten Tradition in Berlin. Hier
einige Beispiele verfehlten Denkmalschutzes sowohl aus Berlin (Ost) und Berlin (West). Dass es auch nach der
Wiedervereinigung mit dem Denkmalschutz nicht besser geworden ist, beweist der Beschluss zum Abriss der
Deutschlandhalle.
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Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten". 14 Tage später war Berlin gespalten.
Das Berliner Schloss
zwischen dem 7. September und dem 30. Dezember 1950 wurde auf
Beschluss des Generalsekretärs des ZK des SED Walter Ulbricht, das Berliner
Schloss, (auch Berliner Stadtschloss genannt) als Symbol des preußischen
Absolutismus gesprengt und abgetragen.
Das Schloss war die Hauptresidenz der Markgrafen und
Kurfürsten von Brandenburg, später der Könige und der Kaiser des Deutschen
Reiches. Grundsteinlegung war 1443, aber erst 1701 unter König Friedrich I.
von Preußen, kam es zu dem Ausbau des Schlosses zur großartigen Königsresidenz.
Berliner Schloss um 1930.
Seit 1992 bemühen sich private Initia-
tiven um den Wieder-
aufbau des Berliner
Schlosses.
Die Gesamtkosten des Wiederaufbaus werden mit 552 Mio. Euro veranschlagt.
Der Förderverein hat sich ein Spendenziel von 80 Mio. Euro gesetzt.
Bis März 2008 wurden 8,29 Mio. Euro an Spenden eingesammelt.
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Der Palast der Republik
Gleich wie der Einzelne in Ost und West über den Palast der
Republik denkt - Fakt ist, dass am 19. September 1990 auf Anweisung der Volkskammer
der Palast wegen Asbestverseuchung geschlossen wurde. Zwischen 1998 und 2003 wurde
der im Baukörper vorhandene Asbest entsorgt; danach befand sich der Baukörper im
Rohbau-Zustand. Die Entsorgung wurde jedoch so ausgeführt, dass danach sowohl ein
Abriss als auch eine Sanierung möglich waren.
Am 19. Januar 2006 beschloss der Deutsche Bundestag, Anträgen
von Bündnis 90/Die Grünen und der Linkspartei zur Verschiebung des Abrisses bzw.
zur Erhaltung des Bauwerks nicht stattzugeben.
Die Berliner Bevölkerung wurde nicht gefragt, ob sie lieber
das Stadtschloss oder den Palast der Republik behalten wollen. Es fand sich auch keine
Bürgerinitiative, die versucht hätte den Abriss (der Senat verballhornt und spricht
stattdessen von "Rückbau") zu verhindern.
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Die Deutschlandhalle
Jüngstes Beispiel für den rüden Umgang mit der Berliner Geschichte
ist die Deutschlandhalle. Erbaut anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 war sie
eine der ältesten Veranstaltungsarenen dieser Dimension. Dann im Jan. 1943 zerstört
bei einem Luftangriff, wurde sie nach Kriegsende wieder aufgebaut und war von 1957
an Veranstaltungsort für Hallenfußballturniere, aufwendige Shows, Boxarena und
Konzerthalle.
Zur Olympiade 1936 erbaute und nun vom Abriss bedrohte Deutschlandhalle. Shows wie z.B. „Holiday on Ice“ oder „Menschen, Tiere, Sensationen“.
1997 wurde die Deutschlandhalle erneut geschlossen und der Senat
plante den Abriss. Jedoch wurde letztendlich die Halle aufwendig saniert und umgebaut
und ab dem 15. Aug. 2001 wieder für Großveranstaltungen genutzt. Bei einer Routine-
überprüfung wurde festgestellt, dass das Dach dringend erneuert werden musste. Am
27. Mai 2008 beschloss der Berliner Senat endgültig, die Deutschlandhalle abzureißen
und den Neubau einer Eishalle zu errichten.
Auch hierzu wurden die Bürger der Stadt Berlin nicht gefragt.
Tempelhof ist der älteste Verkehrsflughafen der Welt
1926 Passagier beim Besteigen eine Fokker Grulich F II der Luft Hansa in Tempelhof.
Wir meinen, dass der älteste Verkehrsflughafen der Welt einen wirklichen
Denkmalschutz verdient hat. Auch die Freiflächen des Tempelhofer Feldes verdienen es,
als Gesamtbild zum Flughafen zugehörig, unter Denkmalschutz gestellt zu werden. Die
Voraussetzungen zur Aufnahme in die Weltkulturerbenliste der UNESCO dürften beim ehemaligen
Zentralflughafen mehr als gegeben sein. Da ist die Forderung im 2-ten Satz: Er ist für den
Flugbetrieb zu erhalten, eigentlich auch nur folgerichtig. Diese Aussage ist glasklar. Sie
stellt sicher, dass dort Flugbetrieb stattfinden darf und soll, lässt aber Spielraum für den
Umfang und die Art des Flugverkehrs. Ebenfalls sind damit flugbetriebsnotwendige
Ergänzungsbauten möglich.
Um diesen ältesten Flughafen der Welt, der genau in der City liegt,
beneidet uns heute die ganze Welt. London musste aufwendig seinen Cityairport in den Docks
an der Themse errichten.
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