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Können Sie sich eigentlich noch an alle Skandale erinnern? Mit der Zeit verblasst
die Erinnerung – und deshalb sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, welche Kette von
Affären die Berlinerinnen und Berliner seit vielen Jahren ertragen müssen. Die Kreisel-AffäreNach dem Konkurs der Architektin und Bauunternehmerin Sigrid Kressmann-Zschach im April 1974 musste das Land Berlin für ihre Schulden in Höhe von 42 Millionen Mark aufkommen. Sie war Bauherrin des Steglitzer Kreisels, eines Büro- und Einkaufszentrums, das neben einem 119 Meter hohen Turmgebäude auch einen unterirdischen Bus- und U-Bahnhof beherbergen sollte. Finanzsenator Heinz Strick und Bausenator Rolf Schwedler (beide SPD) hatten der Architektin leichtfertig vertraut und über 42 Millionen Mark gebürgt. Strick nahm im April 1975 seinen Hut, Schwedler blieb im Amt. Die Garski-AffäreWie in der Kreisel-Affäre unterzeichnete der Berliner Senat 1978 für den Berliner Bauunternehmer Dietrich Garski eine Bürgschaft. Zwei Jahre später wurde sie prompt fällig, als Garski zahlungsunfähig wurde. 112 Millionen Mark wurden im wahrsten Sinne des Wortes in den Sand gesetzt, denn Garski war an einem Bauprojekt in der Wüste Saudi-Arabiens gescheitert. Finanzsenator Klaus Riebschläger (SPD) trat zurück. Die Antes-AffäreDer Name Wolfgang Antes (CDU) steht für den wohl haarsträubendsten Bauskandal in der Stadt, in den auch so schillernde Typen wie der kriminelle Rechtsanwalt Christoph Schmidt-Salzmann oder der Bordellbesitzer Otto Schwanz (CDU) verwickelt waren. Antes, gelernter Lehrer, war in den 80-er Jahren Baustadtrat von Charlottenburg. Mit 300 000 Mark ließ er sich vom Baufinanzierer Kurt Franke schmieren. Dafür lieferte Antes „beschleunigte“ Baugenehmigungen und Pachtverträge, ließ Franke außerdem von Bauauflagen freistellen. 1986 wurde Wolfgang Antes zu fünft Jahren Haft verurteilt. Heute arbeitet er in der Immobilienbranche und gilt bei Insidern als „König vom Lietzensee“... Die Spreedreieck-AffäreIm Gegensatz zur Antes-Affäre geht es hier nicht um die persönliche Bereicherung von Politikern,
sondern um ihr dilettantisches Auftreten bei wichtigen wirtschaftlichen Entscheidungen – natürlich
auf Kosten der Steuerzahler. So hatte beim Verkauf des 4 200 Quadratmeter großen Spreedreiecks am Bahnhof
Friedrichstraße niemand in der Senatsbauverwaltung bemerkt, dass ein Teil des Areals gar nicht dem Land
Berlin, sondern der Deutschen Bahn gehörte. Folge: Berlin musste dem Hamburger Investor Harm Müller-Spreer
8,7 Millionen Euro vom Kaufpreis zurückerstatten, übertrug ihm weitere Flächen und genehmigte
eine Aufstockung des Gebäudes. Folge: Durch die neue Höhe des Gebäudes wird ein auf der
gegenüberliegenden Seite der Friedrichstraße gelegenes Hotel stärker verschattet – prompt
zahlte das Land Berlin auch diesem Investor 4 Millionen Euro Schadenersatz... |
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